Die Steirische Harmonika

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Die Bezeichnung „Steirisch“ hat nichts mit österreichischen Bundesland Steiermark zu tun. Vielmehr wurde in Wien eine spezielleländliche Musik so genannt und von diesem Zeitpunkt an als Synonym für das Instrument verwendet. Durch einen sogenannten diatonischen Aufbau eignet sich die Steirische Harmonika zum Spielen unterschiedlicher Stücke.

Wie unterscheidet sich ein normales Akkordeon von einer Steirischen Harmonika?

Bei dem Akkordeon handelt es sich um ein sogenanntes chromatisches Instrument, das über eine chromatische Tonleiter und Halbtöne verfügt. Diese klingt beim Ziehen genauso wie beim Drücken. Die Steirische Harmonika ist dagegen ein diatonisches, also wechseltöniges Instrument. Mit ihr lassen sich durch Ziehen oder Drücken unterschiedliche Töne erzeugen. Zudem sind die Bässe (die sogenannten Helikon Bässe) dieses Instrumentes zumeist deutlich stärker ausgeprägt als bei dem Akkordeon.

Welche unterschiedlichen Stimmungen gibt es?

Die Steirische Harmonika kann in allen Stimmungen erworben werden, wie zum Beispiel G-C-F-B oder B-Es-As-Des. Erstere wird auch als neutral bezeichnet und eignet sich daher auch ideal für den Gesang oder zum Kombinieren mit diversen anderen C-Instrumenten (zum Beispiel GitarreAkkordeon oder Hackbrett). Die B-Es-As-Des-Stimmung kommt vor allem im alpenländischen Raum zusammen mit unterschiedlichen Blasinstrumenten zum Einsatz, wie zum Beispiel einer Klarinette oder eine Trompete.

Welche Harmonika soll ich wählen?

Kärntnerland Steirische HarmonikaBei einem Musikinstrument sollte immer Wert auf Qualität gelegt werden. Auch wenn diese ihren Preis hat, lohnt es sich etwas mehr Geld zu investieren. Denn nur dann hat der Musiker sehr lange und im Idealfall sogar sein ganzes Leben lang Freude an dem Instrument. Vor allem im Einsteigerbereich ist es sehr wichtig, ein hochwertiges Modell (3- oder 4-reihig) zu wählen. Denn durch dieses kann sich das Ohr ideal an den „richtigen Klang“ gewöhnen.

3-reihig oder besser 4-reihig?

Zu Beginn sollte mindestens ein 3-reihiges Instrument gewählt werden, das zumeist die ersten zwei bis drei Jahreausreicht. Zudem muss für ein solches Gerät deutlich weniger bezahlt werden. Und der Umstieg auf ein 4-reihiges Instrument ist relativ einfach, da nur eine Spielreihe hinzukommt. Dadurch lässt sich deutlich flexibler musizieren. Das Gute ist, dass die Griffe hierbei stets gleich bleiben.

Wie unterscheiden sich 2- und 3-chörige Harmonikas?

Bei einer 2-chörigen Steirischen Harmonika klingen bei jeder Taste zwei Stimmungen. Da diese etwas verstimmt sind, entsteht der typische, „schwebende“ Ton. Der Vorteil dieser Modelle ist, dass sie vergleichsweise wenig wiegen, einen geringen Luftverbrauch haben und relativ günstig sind. Bei der 3-chörigen steirischen Harmonikaklingen pro Taste dementsprechend drei Stimmungen. Auch diese sind leicht verstimmt, allerdings haben diese Geräte einen deutlich kräftigeren Klang.

Was ist die sogenannte Stimmplattenqualität?

Harmonika spielerMachina, Super-DuralA Mano NastrinoDural und Tipo A Mano). Diese Bezeichnungen unterliegen keiner festgelegten Norm, wodurch sie von Hersteller zu Hersteller immer etwas variieren können. Grundsätzlich beschreibt die Stimmplattenqualität die Größe eines Luftspaltes zwischen der Stimmplatte und der Stimmzunge.

Diese kann einen großen Einfluss auf die Ansprache und auch auf den Luftverbrauch haben. Auf den Klang des Instruments wirkt sie sich dagegen nur wenig aus.

Werden bei einer Steirischen Harmonika „Halbtöne“ oder ein sogenanntes „Moll-System“ benötigt?

Bei diesen Dingen handelt es sich um bestimmte Zusatzausstattungen, die im Einsteigerbereich noch nicht benötigt werden. Denn die meisten leichten Volkslieder und anderen traditionellen Musikstücke kommen ohne Halbtöne und Mollbässe aus.

Daher kann die Frage, ob eine steirische Harmonika zwingend auch mit diesen Zusatzfunktionen ausgestattet sein muss, mit einem klaren Nein beantwortet werden. Allerdings hat es durchaus auch einige Vorteile, wenn sie vorhanden sind. Denn dadurch lassen sich viele Lieder originalgetreu nachspielen, was ohne sie nicht so einfach möglich ist.

Wie wird eine steierische Harmonika richtig gehalten?

Zunächst einmal ist es sehr wichtig, dass das Instrument fest am Körper anliegt. Und bei aufrechter Sitzposition sollte es nicht auf den Oberschenkeln abgelegt werden. Das sogenannte Diskantverdeck befindet sich möglichst senkrecht unter dem Kinn und der linke Schulterriemen wird ein wenig kürzer eingestellt als der rechte.

Wichtig ist auch, dass sich der Oberarm stets seitlich neben dem Körper befindet und der Ellbogen leicht nach außen zeigt. Die Finger werden so gekrümmt, als ob gerade ein Tennisball gehalten wird. Dadurch können die Spitzen locker auf den Tasten abgelegt werden.

Wie wird die Steirische Harmonika richtig gelagert?

Das Instrument wird idealerweise nach jeder Benutzung wieder in den Koffer gestellt. Denn dieser schützt sie vor BeschädigungenStaub und starker Sonneneinstrahlung, die dafür sorgen kann, dass die Farben verblassen. Vor der Lagerung sollte der Balg mit der Lufttaste komplett geschlossen aber niemals mit Gewalt zusammengedrückt werden.

Wichtig ist auch, dass das Instrument nicht ständig starken Temperaturschwankungen ausgesetzt wird. Damit der Musiker möglichst lange Freude an seinem Instrument hat, sollte er es nach jedem Gebrauch mit einem Mikrofasertuch reinigen und dadurch von Schweiß und eventuellen Fingerabdrücken befreien. Um die Harmonika zum Glänzen zu bringen, kann ein spezielles Polierspray aufgetragen werden.